TESE

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe – Spezialist für Reproduktionsmedizin

Bei Azoospermie, also dem Fehlen von Spermien im Spermiogramm, stellt die testikuläre Spermienextraktion (TESE) ein diagnostisches und therapeutisches Verfahren dar. Dabei wird eine kleine Probe von Hodengewebe entnommen, aus der Spermien isoliert werden können, um sie im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation mit intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) zu verwenden.

Die testikuläre Spermienextraktion (TESE) ist ein Verfahren, bei dem ein kleines Stück Hodengewebe – etwa so groß wie ein Reiskorn – durch einen Hautschnitt von etwa 1-2 cm im Hoden entnommen wird. Dieser Eingriff erfolgt in der Regel an drei verschiedenen Stellen und wird von spezialisierten Urologen/Andrologen durchgeführt.

Das entnommene Hodengewebe wird unter dem Mikroskop auf das Vorhandensein von Spermien untersucht und mit Substanzen behandelt, um die Trennung von Spermien und Hodengewebe zu ermöglichen. In einigen Fällen kann eine Mikro-TESE empfohlen werden, bei der ein spezielles Operationsmikroskop verwendet wird, um die Hodengewebsstruktur genauer zu untersuchen. Dies erhöht die Chance, Gewebe mit einer höheren Spermienanzahl zu finden.

TESE wird in den folgenden Fällen empfohlen:

  • Hodenatrophie: Verkleinerte Hoden mit vermindertem Volumen und fehlender Spermien- und Hormonproduktion.
  • Vernarbung der Hoden aufgrund einer früheren Operation.
  • Azoospermie: Keine Spermien im Ejakulat.
  • Obstruktive Azoospermie: Spermienproduktion im Hodengewebe, aber blockierte Samenleiter oder deren Fehlen.
  • Nicht-obstruktive Azoospermie: Fehlende oder unzureichende Spermienproduktion im Hodengewebe.
  • Kryptozoospermie: Geringe Anzahl von Spermien im Ejakulat (<1 Million Spermien pro ml).
  • Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom (OAT-Syndrom): Abnormale Morphologie oder eingeschränkte Beweglichkeit der Spermien.

Die gewonnenen Spermien werden am Tag des Eingriffs kryokonserviert und können kurz- oder langfristig gelagert werden, sogar über Jahre hinweg. Diese Spermien werden später für die intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) verwendet.

Die Risiken der TESE sind im Allgemeinen gering. In Einzelfällen können folgende Effekte auftreten:

  • Infektionen
  • Blutungen
  • Blutergüsse am Hodensack
  • Leichte Schmerzen/Ziehen im Nahtbereich

Die TESE wird in der Regel ambulant durchgeführt und dauert etwa 30 Minuten. Je nach Befund kann der Eingriff an einem oder beiden Hoden unter Teilnarkose stattfinden. In einigen Fällen ist auch eine Vollnarkose möglich.

Wir sind hier, um Ihre Situation einzuschätzen!

Unsere erfahrenen Urologen und Andrologen führen die TESE mit Präzision und Sorgfalt durch, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Gerne stehen wir Ihnen zur Beantwortung Ihrer Fragen und zur individuellen Beratung zur Verfügung.